In jedem Kopf steckt ein Superhirn

Hirn

Unser Gehirn ist eines der faszinierendsten Bausteine unseres Daseins. Es ist der Ursprung für alles, was wir tun (oder auch nicht tun). Es ist Sitz der Seele und der Persönlichkeit, Kommandozentrale für alle Bewegungen sowie unser Sinnes- und Gedächtniszentrum.

Um unsere mentale Fitness trainieren zu können, hilft es uns, die Funktionsweise des Gehirns besser zu verstehen. In unserem Kopf haben wir ein gigantisches Netzwerk miteinander verbundener Nervenzellen, von unserer Geburt an sind es bereits etwa 100 Milliarden Neuronen. Diese unvorstellbare Menge verändert sich im Laufe unseres Lebens praktisch kaum, was sich aber verändert, sind die Verbindungen. Und darauf kommt es an. Denn nicht die Gehirnzellen selbst, sondern die Verbindungen zwischen ihnen bestimmen unser Merkvermögen.

Erfahrungen und Lernprozesse nämlich bewirken, dass sich die Synapsen am Ende der Neuronen verstärken. Umgekehrt verkümmern Synapsen, wenn sie nicht stimuliert werden. Wenn wir unser Gehirn in Hochform bringen wollen, müssen wir also alles tun, um diese Verbindungen anzuregen: Beziehungen herstellen, Eselsbrücken bauen, Begriffe mit Bildern verknüpfen. Merken Sie was?

Kurz zum neurologischen Hintergrund

Anfangs arbeiten beide Gehirnhälften noch mehr oder weniger synchron – deshalb sind uns unsere Kinder beim Memory-Spiel weit überlegen, im Laufe der Zeit spezialisiert sich die linke Hemisphäre dann primär auf das logische, verbale und rationale Denken, während die rechte eher musische, intuitive und emotionale Anforderungen verarbeitet. Dies ist zwar sehr vereinfacht dargestellt aber im Grunde kann man sagen, dass jeder Gehirnbereich sich für ein Fachgebiet spezialisiert hat.

Das Zusammenspiel aller Gehirnzellen macht dann unser intelligentes Denken aus. Das Problem: Irgendwann weiß der eine Bereich nicht mehr, was der andere tut. Wir verknüpfen nicht mehr – und schon hapert´s mit den Synapsen. Dabei würde unser Gehirn nichts lieber tun als verknüpfen, denn im Grunde verarbeitet es pausenlos Informationen. Es kann nicht NICHT lernen! Jede Wahrnehmung wird mit vorhandenen Informationen abgeglichen und bei Bedarf gespeichert. Lernen liegt also in unserer Natur, es geschieht quasi in jedem Moment.

Hier setzt die bekannteste aller Merkmethoden an, die klassische Mnemotechnik. Sie stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich ab von „Mneme“ (Gedächtnis, Erinnerung) und „Techne“ (Technik, Kunst). Zur Mnemotechnik gehören neben Merkhilfen wie Eselsbrücken auch komplexe Systeme, mit denen man z.B. Tausende von Vokabeln, vielstellige Zahlen, unzählige Namen oder auch Stichworte für Vorträge mühelos behalten kann.

Die Mnemotechnik

  • bedient sich unserer bildhaften Vorstellungskraft
  • verwendet bestimmte imaginäre oder tatsächliche Orte
  • bezieht Emotionen mit ein und
  • kleidet schwierige Sachverhalte in eine Geschichte

Eine Variante der Mnemotechnik ist die Loci-Methode, eine Assoziationstechnik, die schon in der Antike angewandt wurde. Warum finden Sie Ihre Post zuhause? Logisch – weil Sie wissen, wo der Briefkasten ist. Genauso können Sie auch Ihr Gedächtnis organisieren. Greifen Sie einfach auf einen virtuellen Briefkasten in Ihrem Kopf zu und schon können Sie gespeicherte Informationen im entscheidenden Moment abrufen.

Es gibt noch viele weitere Merktechniken und Methoden, das eigene Gedächtnis zu trainieren. Das Ziel ist immer ein hellwacher Kopf, der uns privat wie beruflich weiter bringt. Denn wir können:

  • Namen, Zahlen, Witze leichter merken
  • Fremdsprachen besser lernen
  • uns PIN-Codes und Passwörter sicher einprägen
  • wichtige Termine auch ohne Terminkalender behalten
  • To-do-Listen mental checken
  • Verkaufsargumente zielführend ins Gespräch bringen
  • umfangreiches Fachwissen jederzeit abrufen
  • und vieles, vieles mehr...

Deshalb: Schaffen Sie mehr Speicherplatz im Oberstübchen. Gewinnen Sie Vorsprung durch Wissen. Lassen Sie Ihre rechte Gehirnhälfte nicht links liegen. Verknüpfen Sie Ihre grauen Zellen zu einem faszinierenden Netzwerk, das es nur einmal in der Welt gibt. Sammeln Sie unvergessliche Momente. Machen Sie Ihr Gedächtnis zur Schatzkammer Ihres Seins!