Markus Hofmann - Blog

Ist das noch Technik? Oder schon eine Kreatur?

Künstliche Intelligenz (KI) kommt uns immer näher und lernt uns täglich besser kennen. Ob wir es wollen oder nicht. Der Einfluss von KI reicht heute schon viel weiter als uns lieb ist. Wie aber gehen wir mit einem Wesen um, das in naher Zukunft um ein Vielfaches intelligenter sein wird als wir, seine Erfinder?

Also gut, ich oute mich: Ich bin ein Techie, umgebe mich gerne mit den neuesten technischen Errungenschaften. Gehe ohne mein Smartphone nirgendwo hin. Und bin immer wieder fasziniert davon, was es alles kann: Mich wecken, jede einzelne aus Tausenden meiner Mails finden, meinen Fingerabdruck erkennen, meinen Puls messen, mit mir sprechen, meine Gefühle lesen – bald vielleicht auch meine Gedanken? Vermutlich.

Künstliche Intelligenz (KI) kommt uns immer näher und lernt uns täglich besser kennen. Ob wir es wollen oder nicht. Der Einfluss von KI reicht heute schon viel weiter als uns lieb ist. Maschinen sind auf dem besten Weg, uns Menschen im Alltag rundum zu unterstützen, zu bewerten – oder schon längst zu steuern?

Wie aber gehen wir mit einem Wesen um, das in naher Zukunft um ein Vielfaches intelligenter sein wird als wir, seine Erfinder? Die Evolution des Menschen hat Jahrtausende beansprucht. Eine KI entwickelt sich innerhalb von Nanosekunden weiter. Experten sagen, evolutionstechnisch gesehen steht KI gerade bei der Erfindung des Feuers – ab jetzt geht alles ganz schnell.

Klar, es gibt viel Positives. KI kann aus riesigen Datenmengen wertvolle Erkenntnisse herausfiltern, Musik komponieren, ja sogar Leben retten: In der Medizin werden derzeit große Fortschritte gemacht. Nie zuvor gab es ein so mächtiges Werkzeug. Aber weiß KI auch, wann sie unsere politische Meinung manipuliert, diskriminierend wirkt oder Hass schürt? Immer öfter hören wir von Chat Bots oder auch Social Bots, sogenannten Programmen, die sich mit uns unterhalten, als wären sie Menschen. Und was macht eigentlich ein autonom fahrendes Auto, wenn es um Tod oder Leben geht? Zum Beispiel, wenn es vor der Entscheidung steht, entweder eine Frau mit Kinderwagen oder einen alten Mann zu überfahren – um den jeweils anderen zu retten?

Wir kreieren etwas, das wir nicht verstehen. Deep Mind, eine Firma in England, die 2014 von Google übernommen wurde, hat eine KI programmiert, die alte Atari-Spiele selbständig erlernen sollte, durch Beobachtung und Auswertung der Spielzüge auf den Bildschirmen. Also Lernen durch Erfahrung, nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns! Die KI hat es in kürzester Zeit geschafft, sich das Spielen beizubringen, die Spiele zu meistern und gegen ihre Erfinder zu gewinnen. Das Problem: Selbst Experten wissen nicht genau, wie eine KI denkt. Das heißt: Wir können sie nicht mehr kontrollieren. Doch wer Entscheidungen trifft, muss sie auch verantworten können!

Ein Computer ist immer auf Effizienz getrimmt – KI lernt also 24 Stunden, 7 Tage jede Woche, um ihre Effizienz zu steigern. Was, wenn die einzige Hemmschwelle, noch effizienter zu werden, wir sind – die lahme Biomasse Mensch, die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende brauchte, um dort zu sein, wo sie heute steht? Wie bringen wir einer KI, die sich allein an ihrer Effizienzsteigerung „berauscht“, Ethik und Moral nach menschlichen Vorstellungen bei?

Die meisten Unternehmen, die im Bereich KI forschen und entwickeln, sind übrigens im Bereich Wehrtechnologie tätig. Längst sind Szenarien realistisch, die wir bis vor kurzem noch einem Science-Fiction- oder Horrorfilm zugedacht hätten: Killerdrohnen, so klein wie Fliegen, schwärmen in millionenfacher Stückzahl aus, kommunizieren untereinander und entscheiden autonom. Was, wenn diese Werkzeuge in falsche Hände geraten? KI kann zu einer weltumspannenden Superintelligenz werden, die unsere Existenz gefährdet.

Wir müssen selbst entscheiden, was uns weiterbringt: 30.000.000.000.000 Rechenvorgänge in einer Sekunde, in fußballfeldgroßen Rechenzentren? Oder leichte Biomasse, mit 100 Billionen Synapsen pro Kopf? Auch wenn KI die reine Rechenleistung unseres Gehirns übertrifft, sie wird niemals ein Bewusstsein nach menschlichen Maßstäben erlangen, ein unabhängiges Urteilsvermögen, einen ganz persönlichen Erfahrungsschatz – und uns schon gar nicht in unserer Intuition, Kreativität und Phantasie überflügeln. Aber was ist, wenn doch???

Das Thema KI lässt mich nicht mehr los! In den nächsten Newsletter-Ausgaben werde ich noch intensiver darauf eingehen, auf Gefahren hinweisen, Antworten geben und Lösungen anbieten.