Markus Hofmann - Blog

Was Namen merken mit Kühe melken zu tun hat

Die Milchproduktion ist ein wirklich hartes Geschäft. Die Kühe stehen eng in Reih und Glied. Vorn wird Futter angefahren, weiter hinten kommt hoffentlich viel Milch raus. Im Milchviehstall gilt überall das gleiche erbarmungslose Prinzip der Leistungsmaximierung - und dennoch gibt es Höfe, da funktioniert diese viel besser als auf anderen.

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Namen vergeben

Eine neue Studie hat nun einen bislang unterschätzten Grund für diese Unterschiede ausgemacht. Die Erfolgsstrategie hört auf Namen wie: Resi, Zenzi, Bertha oder Lisa.

Das folgern Forscher der britischen Universität von Newcastle aus einer Befragung von 516 Landwirten. Diese ergab, dass Kühe mit Namen deutlich mehr Milch geben als ihre anonym gehaltenen Mitwiederkäuer, deren Identität allenfalls durch eine Nummer auf einem Plasticclip am Ohr bestimmt ist. Kühe, die einen individuellen Namen tragen, gäben durchschnittlich 258 Liter mehr Milch pro Jahr, sagen die Wissenschaftler. Wenn sie ein bisschen mehr persönliche Aufmerksamkeit bekämen, seien die Tiere einfach glücklicher und entspannter, so lautet der Erklärungsversuch.

Die Möglichkeiten, die diese Erkenntnis schafft, sind immens, denn so ein Name ist natürlich schnell und kostenfrei vergeben. Genau so einfach und kostenfrei können wir eine gute Beziehung zu unseren Mitmenschen, Mitarbeitern, Kollegen und Kunden aufbauen indem wir uns deren Namen merken. Der eigene Name ist immer noch das intensivste Wort was jeder gerne hört. Indem du dir den Namen einer Person merkst, zeigst du ihr gegenüber Wertschätzung. Stelle dir vor, du begegnest einem Kunden, der vor einer Woche das erste Mal in deinem Geschäft gewesen ist, nun durch Zufall auf der Straße und sprichst ihn mit seinem Namen an. Weißt du was da passiert? Bei dieser Person werden ein paar Glückshormone ausgeschüttet weil er überrascht ist, dass du dich noch an seinen Namen erinnern kannst und du wirst positiv in Erinnerung bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde wiederkommt, steigt auf jeden Fall.

Namen © Fotolia 2016/ Jérôme Rommé

Wie kann man sich Namen einfacher merken?

Deswegen wirst du ein Experte im Namen merken. Dafür einen kleinen Tipp: In Zukunft, wenn du dir den Namen einer Person merken willst, brauchst du einen mentalen Briefkasten. Bevor sich diese Person vorstellt, suchst du dir ein charakteristisches Merkmal, welches dir spontan ins Auge fällt, wenn du diese Person betrachtest. Eigenheiten im Gesicht, wie ausgeprägte Falten, eine hohe Stirn, ein markanter Mittelscheitel, lange Koteletten, auffälliger Schmuck oder besondere Kleidung. Das klingt schwieriger, als es tatsächlich ist. Jetzt geht es darum, den Namen mit dem ausgewählten Briefkasten zu verknüpfen. Da der Name für sich kein Bild ist, musst du diesen erst in ein Bild verwandeln. Ein Christian könnte zum Beispiel ein Kreuz symbolisieren. Ein Thomas eine Tomate und eine Anna eine Ananas. Wenn du dir z.B. die große Nase einer Person namens Thomas als Briefkasten merkst, dann kannst du in Gedanken die Tomate auf seiner Nase ausdrücken. Als Strategie empfehle ich dir gängige Vor- und Nachnamen einmal auf einer Liste zu notieren und mit Bildern zu versehen. Der Vorteil ist, wenn du einen dieser Namen hörst, brauchst du dir nicht mehr die Mühe zu machen, ein kreatives Bild dafür zu erstellen. Du hast es sofort griffbereit.

Viel Spaß beim Namen merken und den Gesichtern der Gegenüber, wenn du diese spontan mit Namen anredest.