Gehirnjogging – was genau ist das?

 

Gehirnjogging-Aufgaben dienen zur geistigen Aktivierung. Dadurch werden die kleinen "grauen" Zellen angeschoben. Mach solche Übungen immer dann, wenn du vor einer wichtigen Aufgabe oder einem Lernprozess stehst.

Alles was anders ist, als das, was du bisher gemacht hast, also alles, was dich aus der Routine herausführt, deinem Gehirn neue Reize setzt und es zu neuen Denkmustern zwingt, ist Gehirnjogging. Wenn du täglich deine Tageszeitung liest, ist das kein Gehirnjogging. Wenn du täglich deiner gewohnte Arbeit nachgehst, und sei diese auf einem noch so hohen intellektuellen Niveau, dann ist das kein Gehirnjogging.

Meine Empfehlung: Tu etwas anderes!

Halte den Text, den du lesen möchtest, verkehrt herum. Lerne ein Instrument. Durch Musik wird sowohl die rechte als auch die linke Gehirnhälfte aktiviert. Die rechte durch die Melodie, die linke durch den Takt. Eine andere Methode, dein Gehirn durch Musik positiv zu stimulieren: Wirf deine Lieblings- CD ein, und dirigiere das Orchester! Musik trainiert unsere beiden Gehirnhälften! Trainiere dein Gedächtnis mit bildhaftem Denken. Verwandel Namen spontan in Bilder und kreative Assoziationen. Eigne dir eine Fremdsprache an. Lernen ein Gedicht oder ein Reimschema auswendig. Nimm die Mathematikbücher deiner Kinder oder Enkelkinder, beginne mit einfachen Aufgaben.

Der Neurobiologe Lorenz Katz prägte für seine Erkenntnisse den Begriff Neurobics - Aerobic fürs Gehirn. Und damit ist gemeint: weg von Routinedenken, weg von Routinehandlungen. So kann man auch mit zunehmendem Alter das geistige Niveau halten. Putze dir als Rechtshänder einmal deine Zähne mit der linken Hand. Nimm einen neuen Weg zur Arbeit. Vielleicht könnte man auch familiäre Strukturen insofern durcheinander wirbeln, als man Schluss macht mit der gewohnten Sitzordnung bei Tisch. Der Hausherr, der sich plötzlich auf einem anderen Platz wieder findet, das kann strukturell nicht nur im Gehirn für Veränderungen sorgen.

Auch wenn du keine neue Sprache mehr lernst, allein das Anwenden und Umschalten zwischen zwei verschiedenen Sprachen kann Demenzprozesse im Alter um etliche Jährchen verzögern.

Also nicht das x-te Kreuzworträtsel lösen und den fränkischen Hausflur mit drei Buchstaben hinschreiben, sondern Denksport machen, der dich wirklich fordert. Oder nimm all deine Lieblingsbücher, und lern deren Anfangssätze auswendig. Die Magie des Anfangs. Die Magie der Neurogenese, der Neuproduktion von Nervenzellen, die du damit in deinem Gehirn in Gang setzt. Wichtig ist: Gehirntraining ist immer Individualtraining. Nur was uns fordert und neu ist macht uns stark.

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