Konzentration – was ist das?

Konzentration ist nicht nur höchste Aufmerksamkeit, sondern auch die Fähigkeit, sich mit einer Aufgabe oder Sache über einen längeren Zeitraum auseinanderzusetzen. Zerstreutheit ist Konzentration auf etwas anderes. Dieser Satz ist nicht nur ein Trost für all diejenigen, die oft unkonzentriert und deshalb mit sich unzufrieden sind, sondern entspricht den Tatsachen. Wir sind »zerstreut«, wenn wir mehrere Dinge gleichermaßen im Kopf haben.

Wenn sich unsere Energie auf Sorgen oder bestimmte Probleme richtet, haben wir kaum Energie für andere Aufgaben zur Verfügung. Wir schweifen ab, werden leicht müde und lustlos.

 

Vergesslichkeit durch Konzentrationsmangel

Wenn du also ständig etwas verlegst, deine Brille oder deinen Schlüssel suchst, ist das nicht auf ein schlechtes Gedächtnis, sondern auf fehlende Konzentration zurückzuführen. Der unkonzentriert Arbeitende lässt sich durch kleinste Geräusche ablenken, schaut zwischendurch verträumt aus dem Fenster, unterbricht seine Arbeit ständig, rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her und/oder spielt bei jeder Gelegenheit mit irgendwelchen Gegenständen oder mit seinen Fingern. Der Unkonzentrierte braucht immer wieder neue Anregungen und muss immer wieder neu motiviert werden, ansonsten verliert er leicht die Lust an einer Sache, bringt viele Angelegenheiten nicht oder sehr spät zu Ende.

Jede Art von Konzentration führt zu geistiger und körperlicher Anspannung. In einer entspannten Situation ist konzentrative Anspannung sehr gut möglich. Wer gestresst ist, kann sich schlecht konzentrieren. Stress in Form von Überforderung, Leistungsdruck und Zeitdruck, optische und akustische Reizüberflutung, zu viel Fernsehkonsum, zu wenig Bewegung und mangelnde Erholungsphasen sind für Konzentrationsprobleme verantwortlich. Voraussetzung für eine gute Konzentration ist also Entspannung. Psychologen unterscheiden den

fixierenden Aufmerksamkeitstyp, bei dem die Aufmerksamkeit auf einen Punkt beschränkt ist, von dem

fluktuierenden Aufmerksamkeitstyp.

Beide Fähigkeiten lassen sich – ebenso wie die Blickspanne der Wahrnehmung – durch Training erweitern. Konzentration ist jedoch nicht nur eine Frage des Trainings und des Willens. Emotionen, Motivation und physisch energetische Prozesse müssen in ihren Wechselwirkungen berücksichtigt werden.

 

Nicht Wille, sondern Interesse ist der Ausgangspunkt des Weges, der zur Konzentration führt.

(Wolfgang Zielke, Konzentrationslehrer und Autor)

Ein wichtiger Teil des Trainings besteht aus Wahrnehmungsübungen. Nur wer bewusst wahrnimmt, kann bewusst empfinden und denken, Informationen verarbeiten, sein Interesse an der Sache erhalten. Eine bewusste Wahrnehmung verbessert Aufmerksamkei, Konzentration und ist so eine Art Gedächtnistraining. Ein weiterer Punkt, der über die Konzentrationsfähigkeit entscheidet, ist für mich als Gedächtnistrainer unsere Einstellung. Negative Gedanken führen zu Konzentrationsblockaden, während positives Denken zu Gelassenheit, Entspannung und damit zu einem optimalen Gehirnaktivitätsmuster für geistige Leistungsfähigkeit führt.

Konzentration, Aufnahmefähigkeit, Denkvermögen, Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit – viele Begriffe ranken sich um die eine entscheidende Fähigkeit, wenn es darum geht, ein Ziel konsequent zu verfolgen. Die Konzentration wird oft als die Fähigkeit der Fokussierung verstanden. Dass dies nur teilweise richtig ist und beim Lernen und Gedächtnistraining sogar hinderlich sein kann, wird oftmals übersehen.

„Du musst dich konzentrieren!“ – Diesen Satz kennst du vermutlich noch aus der Schulzeit. Seit Kindesbeinen verbinden wir die Konzentrationsfähigkeit mit Lernerfolgen. Wer sich gut konzentriert, der lernt besser und kann besser seine Fähigkeiten und sein Wissen einsetzen. Leider hat dies oft zur Folge, dass wir verkrampfen, dass wir uns vehement anstrengen, unsere Gedanken auf eine einzige Sache zu bringen. Dabei funktioniert das menschliche Gehirn weitaus komplexer als in einfacher Linearität. Vielleicht hattest du selbst schon einmal so einen Moment, wo du vor einer Aufgabe standest und trotz Konzentration nicht weiterkamst, dann aber in einem völlig anderen Moment die entscheidende Erkenntnis hattest? Unser Gehirn arbeitet immerfort, auch wenn wir glauben, uns nicht mehr auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Dann sprechen wir meistens von Eingebung – und meistens ist diese richtig und hilft uns weiter. Wir müssen also die Definition der Konzentration anpassen, um unsere Potentiale ausschöpfen zu können.

„Konzentration“ meint in der Regel die willentliche Fokussierung der Wahrnehmung bzw. Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache, um ein Ziel zu erreichen oder ein Problem zu lösen. Ein typisches Beispiel ist eine Testsituation: Du sitzt in einem Unterrichtsraum und musst innerhalb einer bestimmten Zeit Aufgaben lösen. In dieser Zeit denkst du nur über die Aufgaben und die möglichen Lösungen nach.

In anderen Kulturen wird unter der Konzentrationsfähigkeit etwas anderes verstanden. In den östlichen spirituellen Schulen wird sie mit Meditation in Verbindung gebracht. Hier geht es dann aber nicht um die strenge Fokussierung auf eine Sache, sondern um das Ausschöpfen der Aufmerksamkeit. Deshalb wird hier eher von Achtsamkeit gesprochen. Gedanken kommen und gehen und man soll sie nicht krampfhaft festhalten oder kontrollieren wollen, aber auch Ablenkung soll gemieden werden.

Vor diesem Hintergrund ist es besser, die Konzentrationsfähigkeit als geistige Fähigkeit zu verstehen, mit welcher ein Mensch die Möglichkeit hat, seine Achtsamkeit zu erhöhen, ohne krampfhaft an einer Sache anzuhaften. Damit integrierst du nämlich auch das, was als zufällige Eingebung bekannt ist, aber unmittelbar mit unserem Gehirn und unseren Gedanken zusammenhängt.

Im Grunde bist du voll dabei, wenn du dich ganz einer Sache widmest, ohne dich besonders zu verkrampfen. Hier ist auch der Bezug zur Motivationspsychologie gegeben: Wenn du intrinsisch motiviert bist, bist du konzentriert bei der Sache, einfach weil du mit ihr eine Einheit bist. Deine Aufmerksamkeit ist voll und ganz im Tun. Beispiele hierfür sind Künstler, Sportler und überhaupt Menschen, die sich in einer Tätigkeit selbst verwirklichen. Ein Maler, der aus der Freude am Tun (intrinsisch) ein Bild zeichnet, ist mit seiner Handlung eins. Er ist konzentriert. Würde er nur darüber grübeln, wie er am besten malen könnte, wäre er nicht in seinem Tun, sondern würde nur über dieses nachdenken. Das kann zwar auch konzentriert sein, hat dann aber nichts mehr mit der eigentlichen Tätigkeit zu tun.

Sie ist wichtig, um Energie effizient und effektiv einzusetzen, sie nicht zu verstreuen, sondern gebündelt anzuwenden. Sie hilft, Ablenkung zu reduzieren und das Gehirn nicht zu überfordern. Deine Gedanken und Handlungen sind zielgerichtet und deine Aufmerksamkeit bleibt auf einen Gegenstand fokussiert, ohne einen starren Tunnelblick einzunehmen.

Wenn du dich konzentrieren kannst, hilft dir dies bei Folgendem:

  • Lernen,
  • Erinnern,
  • Ausführung von Handlungen (Sport, Kunst, Alltag …),
  • Gesunderhaltung (Schutz vor Fehlern, Gefahren),
  • Leistungssteigerung,
  • Erfassung von Zusammenhängen.

Du kannst dich selber verbessern, indem du deine Konzentrationsfähigkeit überprüfst, Stärken und Schwächen ausmachst und dich diverser Lernmethoden und Trainingsverfahren bedienst. Mediation ist hier genauso hilfreich wie Autogenes Training. Die richtige Ernährung spielt eine ebenso wichtige Rolle. Beispielsweise solltest du pro Tag wenigstens einen Liter Wasser trinken. Gute Fette gehören auf den Speiseplan (ungesättigte Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren), das heißt, frisches Gemüse und Fisch sind wichtige Nährstoffquellen. Ausreichend Schlaf ist ebenso zu berücksichtigen. Wer regelmäßig lernt, sich intrinsisch motivierten Handlungen hingibt und Ruhe findet, kann sich besser konzentrieren als Menschen, die sich krampfhaft einer Sache widmen und diesen Krampf mit der rechten Aufmerksamkeit verwechseln.

Du solltest mit kleinen Schritten anfangen und darauf achten, dass deine eigene Konzentration nicht unter zu viel Druck leidet. Entferne als erstes schlechte Gewohnheiten aus deinem Alltag wie z. B. Schlafmangel oder eine unzureichende Ernährung. Erst danach solltest du auf dieser gesunden Basis deine Fähigkeiten und Fertigkeiten systematisch fördern. Wende dich Themen zu, die dich interessieren, befasse dich mit Lernmethoden, mit Gedächtnistraining und vergiss nicht, Pausen zu machen. Das Gehirn lernt in den Pausen mehr als in den Momenten, in denen du aktiv lernst. Die Synapsen bilden sich dann schnell heraus. Das Gelernte kann „sacken“ und du hast einen besseren Zugriff auf die sogenannten Eingebungen, die dann nichts anderes sind, als ein unerwarteter Einfall auf Basis deiner Achtsamkeit.

Markus Hofmann Blog Konzentration - was ist das?

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