Prozedurales Gedächtnis – Das müssen Sie wissen

Das prozedurale Gedächtnis ist das Verhaltensgedächtnis und zuständig für die Speicherung automatisierter, meistens alltäglicher Handlungen und Kompetenzen. Beispiele für diesen Abschnitt des Gehirns sind Gehen, Autofahren, Kochen, Abwaschen, Tanzen oder Ähnliches. Es handelt sich um komplexe Bewegungen, die in ihren Abläufen gelernt und eingeübt werden. Ziel ist dann, die einstmals gelernten Bewegungen spontan abrufen zu können.

Das Gedächtnis hat viele verschiedene Bereiche. Den meisten dürften das Langzeitgedächtnis und das Kurzzeitgedächtnis bekannt sein. Ein prozedurales Gedächtnis ist vermutlich weniger bekannt. Es handelt sich um einen Teilbereich des Langzeitgedächtnisses. Hier werden verschiedene Arten von Bewegung gespeichert, die routiniert verlaufen. Deshalb ist es wichtig für ein Gedächtnistraining, auch diesen Bereich zu fordern und zu fördern, will man ein ganzheitliches Training bewirken.

Prozedurales Gedächtnis – Was ist das?

Wissen zeigt sich in vielen Formen. Bewusst nehmen wir diese nicht immer wahr. Fakt ist, dass auch Bewegungen eine Form von Wissen sind. Bewegung ist letztlich Information. Das Gehirn speichert Bewegungen über Lernprozesse ab. Bewegungen werden zu Bewegungsprogrammen durch Wiederholung. Ein prozedurales Gedächtnis hat motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Inhalt. Es kann nur im Kontext eines bestimmten Prozesses abgerufen werden. Äußere Reize bedingen das Abrufen eines bestimmten Verhaltens. Das Gedächtnis wird z. B. aktiviert, wenn man Fahrradfahren gelernt hat (Erfahrung) und man auf einem Fahrrad Platz nimmt und losfährt. Dabei findet auch eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitsgedächtnis statt.

 

 

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Das ist die Funktion des prozeduralen Gedächtnisses

Information wird von uns permanent verarbeitet. Das Gedächtnis ist hierbei nicht nur als eine Art Speichermedium zu verstehen, sondern als Teil des gesamten Organismus. Das Gehirn koordiniert hierbei zahlreiche Prozesse. Um beim Fahrradfahren zu bleiben: Ein prozedurales Gedächtnis gibt das Bewegungsprogramm für das Fortbewegen auf dem Rad wieder und es kommt zur Ansteuerung spezifischer Muskelgruppen. Ebenso verändert sich die Wahrnehmung in Bezug auf die Umwelt und das Bewegen des Fahrrads. Der Mensch verfügt in diesem Gedächtnis über zahlreiche Elemente motorischer Programme bzw. „neuronaler Ensembles“, die Verhalten unter Reizeinfluss auslösen. Die Funktion ist denkbar einfach und komplex zugleich: Das Gedächtnis aktiviert Handlungen durch entsprechende Stimuli, was auch bei Tieren gegeben und auch auf künstliche Intelligenz anwendbar ist.

Die wohl wichtigste Funktion besteht darin, dass eine einmal gelernte Bewegung nicht mehr neu gelernt werden muss. Sie ist abrufbereit, auch wenn sie für längere Zeit nicht beansprucht wurde. Der Mensch kann also auch nach mehreren Jahren Pause aufs Fahrrad steigen und sich problemlos fortbewegen. Deshalb ist auch das Langzeitgedächtnis die Oberkategorie. Implizite Information über Bewegung erleichtert uns den Alltag, weil wir über die entsprechenden Handlungen nicht weiter nachdenken müssen.

Einmal erworbenes Wissen bleibt meist ein Leben lang stabil im Gedächtnis – als Erinnerung, sofern es zu keinen pathologischen Erscheinungen wie Demenz oder medikamentösen Einflüssen kommt.

Das prozedurale Gedächtnis stärken mit richtigem Training

Der Mensch benötigt zum Lernen Information. Das Gedächtnis kann vorhandenes Wissen in andere Kontexte transferieren und so sein kognitives Netzwerk stärken. Das Langzeitgedächtnis muss nicht bewusst trainiert werden, weil es autonom arbeitet. Es kann aber in seinen Funktionen gestärkt werden, indem bestimmte Verhalten wiederholend ausgeführt werden. Der Inhalt der Erinnerung sollte dabei immer wieder verändert werden. Hierzu wieder das Fahrradfahren: Wenn man nur das Fahrradfahren beherrscht und nutzt, findet zwar ein Training des Gedächtnisses statt, aber gleichzeitig schleift sich monotone Routine ein. Deshalb muss das Gehirn immer wieder gefordert werden. Dies gelingt über einen unterschiedlichen Gebrauch von Information:

1. Neues Wissen erwerben und regelmäßig anwenden.

2. Anwendung von im Langzeitgedächtnis bereits abgespeicherter Programme.

Wichtig ist, dass der Mensch ständig lernt und Wissen anwendet. Das Gehirn arbeitet dauerhaft. Deshalb ist auch das Gedächtnis permanent aktiv. Menschliche Gewohnheiten und Erinnerungen sind beste Beispiele hierfür. Dabei sollte man darauf achten, zum einen immer wieder Bewegungsmuster auszuführen, die man vor Längerem gelernt hat, und zum anderen immer wieder neue Bewegungsmuster zu erlernen. Am besten ist es, wenn die neuen Informationen mit alten verknüpft werden können. Eine wichtige Rolle übernehmen hierbei der Transfer, also die Anwendung alten Wissens in neuen Zusammenhängen und das Arbeitsgedächtnis.

Gedächtnistraining hilft zudem, das prozedurale Gedächtnis zu fordern und zu fördern. Neben den allgemeinen positiven Wirkungen wie verbesserte Konzentration, Erinnerung oder Kreativität kann das Training dazu beitragen, motorische Impulse schneller zu verarbeiten und abzurufen. Dadurch ist es beispielsweise möglich, sich mehr Tanzschritte über einen längeren Zeitraum zu merken.

Gleichzeitig ist es nicht erforderlich, nur neue Bewegungen mit dem Körper zu erlernen. Die Visualisierung von Bewegungen ist auch schon hilfreich, oder eben konkrete Übungen wie beispielsweise: Man malt einen Pfad und setzt verschiedene Punkte. Danach nimmt man ein neues Blatt und malt den Pfad sowie die Punkte ein, ohne vorher nochmal auf das vorherige Blatt geschaut zu haben. Diese Übung lässt sich im Schwierigkeitsgrad anpassen. Man kann einfache oder komplexe Pfade malen oder wenige oder viele Punkte setzen. Wichtig ist, dass sozusagen in Bewegung gedacht wird. Der Körper verfügt zudem über Spiegelneuronen. Dadurch ahmen wir latent Bewegungen anderer Lebewesen nach. Wer sich also Bewegungen anschaut, ob im Fernsehen oder im Sportkurs, aktiviert damit ebenfalls die für die Motorik verantwortlichen Bereiche.

 

 

 

 

 

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