Richtig lernen für Prüfungen durch Wiederholen.

Die altbekannten Tipps unserer Eltern und Lehrer haben ihre Berechtigung. Denn es stimmt: Richtig lernen geht am besten durch Konzentration, Wiederholung und gute Aufbereitung und Gliederung des Stoffs. Unser Gedächtnis funktioniert auf Dauer nur optimal, wenn wir es fit halten und fordern. Siebenmal wiederholt bleibt eine Information langfristig abrufbar.

Richtig lernen wird durch eine Lernkarte erleichtert.

Die langfristige Speicherung durch mindestens siebenmaliges Wiederholen des Stoffs basiert auf der Funktionsweise unseres Gehirns. Erst nach mehrmaligem Wiederholen wird eine Information aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übermittelt und dort verankert. Richtig lernen ist somit ganz leicht. Und besonders effektiv lernen kann man, indem man den Stoff so gliedert und ordnet, dass kleine Portionen oft wiederholt werden. Am einfachsten geht das mittels einer Lernkartei, die man mehrfach durchgeht. Je eine Frage und die zugehörige Antwort werden auf einer Karteikarte notiert und dann so oft wie nötig abgefragt.

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Lernen: Wie man richtig lernt

 

Lernen ist schon längst keine Sache mehr von Kindern und Jugendlichen. Durch die Globalisierung und Individualisierung ist die Weiterbildung ein Kernelement der gegenwärtigen Medien- und Informationsgesellschaft. Wer in der VUCA-Welt „am Ball bleiben“ will, muss sich fortbilden, muss also lernen. Dabei ist nicht nur die berufliche Weiterbildung ausschlaggebend, sondern auch private Fortbildungen sind nicht selten gefragt. Der Mensch muss und möchte sich weiterentwickeln, und in Zeiten digitaler Medien, stetig wachsender Anforderungen und zunehmender Flexibilität, ist es unumgänglich, das eigene Spektrum der Kompetenzen zu erweitern. Nicht selten steht dabei die Frage im Fokus, wie Lernen überhaupt funktioniert bzw. wie man richtig lernen kann.

Lernen ist ein Begriff, der sowohl eine potentielle Fähigkeit meint als auch ein aktives Tun von Lebewesen. In der Psychologie wird er verschieden definiert, meint aber im Groben die Aneignung von Wissen, Erfahrung oder Fähigkeiten. Entwicklungspsychologisch gesehen, ist das Lernen sogar die Voraussetzung für das Überleben des Menschen, denn nur durch seine Lernfähigkeit kann der Mensch sich der Umwelt anpassen oder seine Umwelt an sich anpassen. Während Kinder und Jugendliche in der Regel an das institutionelle Lernen gebunden sind, können Erwachsene sowohl auf das formelle als auch auf das informelle Lernen zurückgreifen. Da viele Erwachsene ihre Schullaufbahn schon längst hinter sich haben, stellt sich ihnen die Frage, wie sie effektiv lernen könnten. Dabei sind mehrere Einflussfaktoren zu berücksichtigen, denn das Lernen berührt mehrere Kontexte. Je mehr Parameter die Lernenden unter ihre Kontrolle ziehen können, desto besser werden die Lernergebnisse sein. Ein zentraler Punkt ist dabei die Lerntechnik.

Auf die richtige Lerntechnik kommt es an

Wer sich auf eine Prüfung vorbereiten muss, steht oftmals unter einem gewissen Druck, der in negativen Stress umschlagen kann. Entgegen dem positiven Stress, der zur Leistung motiviert, führt der negative Stress zu Resignation und Ohnmacht. Dem kann aber auch rasch vorgebeugt werden, wenn das Lernen systematisch organisiert wird, wenn also eine konkrete Lerntechnik angewendet wird. Im didaktischen Diskurs werden die Lerntechniken meistens mit den Lernmethoden geführt. Eine Trennung zwischen Technik und Methode ist nur schwer aufrechtzuerhalten, wobei bei den Methoden der didaktische Aspekt im Zentrum steht. Bei den Techniken wiederum geht es um die notwendige Pragmatik. Im Fachdiskurs gibt es verschiedene Modelle, wonach Lerntechniken entwickelt und genutzt werden. Meistens stützen sich die Techniken auf Modelle von Lerntypen.

In aller Kürze gibt es die folgenden Lerntypen:


- optischer Typ,
- auditiver Typ,
- haptischer Typ und
- kognitiver Typ.

Je nach Lerntyp können mehrere Strategien des Lernens effektiv genutzt werden. Das Lernen basiert hierbei auf den Wahrnehmungskanälen. Es gibt Menschen, die am besten lernen können, wenn sie Texte studieren; und es gibt Menschen, deren Lernerfolg am höchsten ist, wenn sie Wissen hören. Das Merken von Wissen ist bei der richtigen Anwendung von Lerntechniken eine Begleiterscheinung. Im wahrsten Sinne des Wortes: Der Weg ist das Ziel. Das wichtigste Ziel ist, dass das Wissen nicht nur kurzfristig gespeichert wird, wie z. B. für eine Prüfung, sondern dass es langfristig abrufbar und anwendbar bleibt. Man kann also schnell lernen, und zugleich kann das Gelernte nachhaltig vorhanden bleiben.


Gängige Lerntechniken sind:

- Mnemotechnik,
- Loci-Methode,
- Gliederungen bzw. Inhaltsverzeichnisse anfertigen,
- SQ3R-Methode,
- Schnelllesen,
- Visualisierung,
- Mindmapping,
- Spaced repetition (inkl. Lernkartei),
- Hypnopädie,
- Exzerpte,
- Gruppenarbeit,
- Superlearning und
- Verstärkung (klassisches und operantes Konditionieren).


Weitere Informationen über diese Lerntechniken sind ebenfalls bei mir zu finden.


Den richtigen Lernplatz für volle Konzentration

Lesen und Schreiben, das kennt wohl jeder, gelingt in einer ruhigen und gemülichen Umgebung besser als am Hauptbahnhof, wo die Leute unentwegt vorbeischreiten und die Züge immer wieder neuen Lärm mit sich bringen. Lernen ist immer umweltabhängig. Das heißt, dass die Umwelt nicht nur entscheidet, was gelernt werden soll, sondern auch wie gelernt werden kann. Der perfekte Lernplatz stellt zwar ein Ideal dar, was seiner Natur nach unerreichbar ist, aber eine Annäherung an diesen kann schon beachtliche Erfolge mit sich bringen. Es gibt auch hier keine pauschale Antwort, weil jeder Mensch anders ist.

Deshalb ist es wichtig, zunächst herauszufinden, welche Lernumgebung am besten zu einem selbst passt. Wer sich auf eine Prüfung vorbereiten will, braucht meistens andere Bedingungen, als jemand, der sich freiwillig mit einem Thema auseinandersetzt. Und dennoch eint beide ein- und dieselbe Sache, nämlich die Konzentration. Somit kann bilanziert werden: Der richtige Lernplatz ist der, wo man sich am besten konzentrieren kann. Die Lernbedürfnisse müssen also gestillt werden können. Entscheidend ist hierbei der Ausschluss. Das heißt: Wo sind die Bedingungen auf das Nötigste reduziert, dass man frei lernen kann, also ohne Ablenkungen? Der eine kann am besten zuhause lernen, in seinem vertrauten Umfeld. Der andere sieht diesen Standort nicht als Basis, um richtig lernen zu können, weil er zuhause vielleicht zu sehr abgelenkt werden kann durch Familie, TV oder Computernutzung.

Der eine kann in einer Bibliothek gut lernen, weil es dort sehr ruhig ist und die wichtigsten Bücher sofort verfügbar sind, der andere mag es, dass er seine Lernmaterialien über Nacht (zuhause) liegen lassen kann, um am nächsten Tag sofort weitermachen zu können. Wer sich also unsicher ist, wo er am besten lernen kann, der sollte einfach verschiedene Lokalitäten testen. Richtig lernen ist nämlich keine starre Systematik, sondern ein individueller Prozess.

Mögliche Lernplätze bieten sich an:

- zuhause in den Räumlichkeiten, im Hof oder im Garten,
- im Park oder anderen naturnahen Umgebungen,
- in der Bibliothek,
- in Cafés und Restaurants,
- am Arbeitsplatz,
- in öffentlichen Verkehrsmitteln.
-
Der Lernplatz sollte auf jeden Fall so gestaltet sein, dass sich die Lernenden optimal konzentrieren können. Ausgangspunkt der Wahl des Lernortes sind somit die Bedingungen, die der Konzentration dienlich sind.

Zeitmanagement muss auch gelernt sein

Lesen und Schreiben sollte ganz genau strukturiert werden, wenn es darum geht, sich die Wissensinhalte bestmöglich zu merken. Die meisten lernen, indem sie Lerninhalte lesen und dann eigene Notizen schreiben. Das, was hier recht trivial klingen mag, bedarf aber einer gründlichen Organisation, denn einer der größten Feinde ist die Zeit, die schnell vorbei sein kann. Deshalb gilt für optimale Lernerfolge, dass man mit der zur Verfügung stehenden Zeit so gut wie möglich wirtschaften muss. So kann man schnell lernen und hat noch genug Zeit für andere Angelegenheiten. Das Zeitmanagement sollte einen straffen und zugleich flexiblen Plan umfassen, ausgehend von einem Endpunkt wie z. B. einer Prüfung. Wenn eine Prüfung ansteht, ist es also das Ziel, bis zu diesem Datum notwendige Kompetenzen zu beherrschen. Davon ausgehend kann man Monats-, Wochen- oder Tagespläne gestalten. Es bietet sich eine Tabellenform an.

Folgende Inhalte sollten berücksichtigt werden:

- Tag,
- Uhrzeit,
- Lernort,
- Lerninhalte,
- Lernmaterialien,
- mögliche Prüfungsfragen.

Zum Zeitmanagement gehört dann auch der Raum zur Selbstreflexion: Sind die Lernfortschritte angemessen? Sind die ausgewählten Lerntechniken adäquat? Passen die Lernorte? Wo gibt es Besserungsbedarf? Sind die Lerninhalte gut aufbereitet? Wo liegen Schwächen und Stärken des Lernens?

Motivation zum Lernen - inneren Schweinehund überwinden

Motivation will gelernt sein! Was zugegeben etwas belustigend klingt, hat einen sehr ernsten Kern: Lernmotivation ist bis zu einem gewissen Teil gegeben, kann aber gestärkt werden, was sich positiv auf das Lernverhalten und die Lernerfolge auswirkt. In der Motivationspsychologie wird zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden. Das Lernen muss dabei als Verhalten verstanden werden. Motivation kann Verhalten fördern oder reduzieren. Will man so gut wie möglich lernen, braucht es intrinsische Motivation. Diese ist gegeben, wenn ein Mensch einfach Freude an einer Tätigkeit oder Sache hat. Er blickt weniger auf Konsequenzen, sondern vertieft sich in einer Thematik, die ihn „fesselt“. In unserer Gesellschaft geht Lernen aber meist auf die extrinsische Motivation zurück, also auf der Erreichen oder Vermeiden von Konsequenzen. Lernen wird gefördert, wenn bestimmte positive Konsequenzen in Aussicht stehen, wie z. B. der Aufstieg in einem Unternehmen durch Weiterbildung. Ebenso kann Lernen gefördert werden, wenn man unangenehme Konsequenzen vermeiden will, z. B. eine Entlassung aufgrund fehlender Kompetenzen. In allen Fällen ist die intrinsische Motivation der extrinsischen vorzuziehen, weil die Leistungsbereitschaft nahezu bedingungslos „von sich aus“ gegeben ist. Lernen ist dann ein Selbstzweck. Gleichzeitig kann man sich selber auch dahingehend motivieren, dass man sich Konsequenzen setzt und so mit Belohnung und Sanktionierung arbeitet. Gelingendes Lernen kann man sich so mit größeren Pausen oder einem Lieblingsessen vergelten; und schlechteres Lernen kann man sich sanktionieren, indem man z. B. eine extra Lernschicht einlegt. Alles in allem sollte das Lernen aber freiwillig sein, Freude bereiten und Neugier wecken. Dann hat man die besten Voraussetzungen für Lernerfolge.


Schreiben hilft dabei, denn man kann die eigenen Motive, die Lernziele und Motivatoren schriftlich festhalten und sich so sein eigenes Motivationskonzept zusammenstellen. Es sollte eine gesunde Mischung aus Freude und Druck sein, ohne in negativen Stress zu geraten.

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