Markus Hofmann - Blog

Vier Lernmethoden um schneller und besser zu lernen

Ob in der Schule, in Ausbildung und Studium oder im Beruf: Lernen gehört zum alltäglichen Leben dazu. Was wir allerdings oft nicht lernen? Lernmethoden, um richtig zu lernen! Dieser Beitrag schafft Abhilfe, indem er vier herausragende Lernmethoden vorstellt, damit du in Zukunft bestens gewappnet bist – ganz gleich in welcher Situation.

Lernen Lernmethode Lerntechnik

 

Lernmethoden für Prüfungen...

Wir lernen jeden Tag Neues und erweitern damit kontinuierlich unseren Horizont, aber dennoch wünschen sich viele Menschen, diesen oft mühsamen Prozess zu vereinfachen und bestenfalls noch zu beschleunigen.

Schülern, Auszubildenden und Studenten raucht Insbesondere in der Prüfungsvorbereitung, wenn eine Klausur der nächsten folgt, schnell der Kopf.

 

...und Lernmethoden im Alltag

Aber auch im Alltag muss man sich ständig Dinge einprägen, die gerne vergessen werden. Da fährt man den ganzen Weg zum Supermarkt und wo liegt der Einkaufszettel? Zu Hause auf dem Tisch. Ärgerlich, eine solche Situation. Wie praktisch wäre es da, auf den Zettel verzichten zu können und sich die benötigten Einkäufe einfach zu merken!

Was kann dem Abhilfe schaffen? Welche Lernmethoden gibt es, die uns dabei helfen können, Dinge schneller zu erfassen, sie sich leichter zu merken und sich lange daran zu erinnern?

 

Die 4 besten Lernmethoden

Die vier Lernmethoden, die ich dir in diesem Beitrag vorstelle, gehören zu den sogenannten Mnemo-Techniken. Sie dienen alle dazu, sich Informationen erstens schneller und besser einzuprägen und zweitens dauerhaft im Kopf zu behalten.

Wichtig ist es, sich zunächst die grundlegenden Methoden und Systeme anzueignen. Denn einmal beherrscht, ermöglichen diese Lernmethoden es, sich einfach alles zu merken. Tolle Vorstellung, oder nicht? Daher fang gleich an und mach dir das Leben leichter.

 

Lernmethode 1: Die Kettentechnik

Du wolltest schon immer mal eine völlig verrückte Story erfinden? Mit der Kettentechnik hast du jetzt die Gelegenheit dazu und kannst daraus sogar einen Nutzen ziehen!

Diese Lerntechnik besteht nämlich im Kern darin aus Begriffen „MERK-würdige“ Geschichten zu erfinden. Je grotesker die Story ist, je mehr sie unsere Gefühle und Emotionen anspricht, desto besser können wir sie im Kopf behalten. Daher: Sei kreativ und lasse deiner Fantasie freien Lauf.

Beispiel gefällig?

So könntest du dir die Reihenfolge der deutschen Bundeskanzler merken:

Ein riesengroßer Adler schwebt durch die Lüfte. Und als du zu ihm hochguckst, siehst du: dieser Adler, das ist ein ziemlich harter Hund. Also er ist ziemlich hart. Dann setzt er zum Sinkflug an. Er möchte auf einem großen Kissen landen. Aber er sieht, dass Kissen brennt lichterloh! Ein riesiger Brand herrscht da. Poh!

Er fliegt näher ran, um zu sehen was da genau brennt. Es ist eine alte Schmiede. Eine alte Schmiede brennt da. Der Adler will da natürlich jetzt nicht mehr landen. Er schnappt sich aber noch so ein Stück Kohle aus dem Feuer und startet dann durch.

Ups, das ist aber heiß an den Adlerfüßen! Er lässt das Stück Kohle in einen Schredder fallen. Ja, und das MERKELst du dir jetzt mal!

Wiederhole die Geschichte für dich selbst. Wenn du das gemacht hast kannst du hier die Lösung nachlesen:

Ein riesengroßer Adler schwebt durch die Lüfte. Adler steht für? ADENAUER, ja der 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Konrad Adenauer

Und als du zu ihm hochguckst, siehst du: dieser Adler, das ist ein ziemlich harter Hund. Also er ist ziemlich hart. Ludwig ERHARD.

Und dann setzt er zum Sinkflug an, möchte auf einem großen Kissen landen. Kurt-Georg KIES-INGER.

Aber er sieht, auf dem Kissen brennt es lichterloh, Ein Groß-Brand. Natürlich Willi BRANDT.

Und was brennt da? Eine alte Schmiede. Helmut SCHMIDT.

Der Adler startet noch mal durch, schnappt sich ein Stück Kohle. Für Helmut KOHL.

Ups, er lässt es in einen Schredder fallen. Schredder ist gleich Gerhard SCHRÖDER.

Ja und das MERKELn wir uns jetzt mal. Also zum Schluss: Angela Merkel.

 

Lernmethode 2: Die Zahl-Symboltechnik

Ähnlich funktioniert die Zahl-Symboltechnik, die ich auch Einhornliste nenne. Warum? Das wird dir gleich klar werden.

Bei dieser Lernmethode, die insbesondere beim Merken von Zahlenfolgen hilfreich ist, wird jeder Zahl von 1 bis 20 ein bestimmtes Symbol zugeordnet. Diese Symbole müssen dann zu einer Geschichte verknüpft werden.

„Wie soll das denn gehen?“, wirst du dich jetzt womöglich fragen. Schauen wir uns das doch einmal in einem Beispiel an.

Zunächst einmal stelle ich dir mögliche Symbole für die Ziffern 0 bis 9 vor. Selbstverständlich kannst du diese auch variieren.

Mein Vorschlag:

0= Ei

1= Einhorn (mit einem Horn)

2= Medaille (mit zwei Seiten)

3= Dreirad (mit drei Rädern)

4= Tisch (mit vier Beinen)

5= Hand (mit fünf Fingern)

6= Sixpack (mit sechs Flaschen)

7= Zwerg (die sieben Zwerge)

8= Achterbahn (die acht steckt im Namen)

9= Schwein (Ringelschwanz)

Die Einhorn-Liste

Und jetzt bist du gefragt!

Denke dir eine Geschichte aus, mit der du dir folgende Zahlenfolge merken kannst: 1773129829640

Du brauchst Inspiration? Dann schau dir doch meine Lösung an:

In einem märchenhaften Wald läuft ein Einhorn herum und trifft auf die sieben Zwerge. Ein Zwerg fährt auf einem Dreirad auf das Einhorn zu und überreicht ihm eine Medaille. Darauf abgebildet ist ein Schwein in einer Achterbahn. Auf der anderen Seite der Medaille ist ein Schwein, welches ein ein Sixpack hat. Dies tanzt auf einem Tisch und balanciert ein Ei auf dem Kopf.

„Das ist ja völlig verrück!“

Das mag sich nun so manch einer denken, nicht wahr? Genau das ist es aber, was die Geschichte merkenswert macht. Denn unser Gehirn kann sich Ungewöhnliches viel leichter merken, als normale Dinge.

Das ist auch gut so, denn schließlich sind wir ständig einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt. Daher ist es überlebenswichtig, dass wir das Unwichtige vom Wichtigen trennen und damit automatisch selektieren, welche Informationen zur weiteren Verarbeitung in unser Bewusstsein dringen.

Eine witzige oder ausgefallene Story hat es somit leichter, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und durch die bildliche Vorstellungskraft im Gedächtnis zu bleiben. Probiere es einfach aus.

 

Lernmethode 3: Die Loci-Technik

Die Loci-Lernmethode gab es bereits im alten Rom. Sie wurde dort beispielsweise von dem berühmten Redner Cicero verwendet. Der Name leitet sich aus dem lateinischen Begriff locus = Ort ab, was auch schon ein Hinweis auf die Vorgehensweise bei dieser Methode ist. Denn in erster Linie geht es darum, die zu merkenden Begriffe bildlich an bestimmten, vorab definierten Plätzen abzulegen.

Diese Plätze nenne ich mentale Briefkästen, die wir einmal definieren und dann immer wieder finden. Diese Orte können beispielsweise unsere Körperteile sein.

Die 4 besten Lernmethoden um schneller und besser zu lernen © Fotolia 2016/ underdogstudios

Beginne bei deinen Zehen, und hangle dich hinauf bis zu deinem Haar. Hier meine Lieblingsliste, die Körperliste:

  • Zehen
  • Knie
  • Oberschenkel
  • Gesäß
  • Bauch
  • Brust
  • Schultern
  • Hals
  • Gesicht
  • Haare

Um sich die Briefkästen schneller einzuprägen, gebe ich dir noch einen Tipp: Stelle dich aufrecht hin und fasse die zehn Stationen nacheinander an.

Teste dich selbst, indem du nun Briefkasten 7 berührst. Kannst du dich sofort erinnern, welches Körperteil das war? Nein? Dann stelle dir doch einfach vor, dass sich die sieben Zwerge auf deiner Schulter streiten. Ich verspreche dir, dass du die Verbindung zwischen Nummer 7 und deiner Schulter nun nicht mehr so schnell vergessen wirst.

Solche Markierungen sind sinnvoll, um die einzelnen Briefkästen auch außerhalb der vorgegebenen Reihenfolge abzurufen. Markiere daher einen weiteren Briefkasten auf ähnliche Art und Weise. Und vergiss nicht: Je verrückter das Bild, desto einprägsamer ist es.

Wenn du dir diese Briefkästen eingeprägt hast, hast du die Grundlage geschaffen, mit der du nun aktiv arbeiten kannst.

Angenommen, du willst einen Einkauf erledigen. Tritt mit deinen Zehen in eine Schale Tomaten und spüre, wie die Früchte unter deinen Füßen aufplatzen. Dadurch rutschst du aus und landest mit den Knien auf einem Laib Brot. „Puh, noch mal gut gegangen, weiche Landung.“ Du klopfst auf deinen Oberschenkel und da staubt das Mehl davon. Na toll – jetzt ist die ganze Hose weiß, aber das Mehl wirst du heute sicherlich nicht vergessen.

So kannst du dir zu jedem Artikel auf deiner Liste eine kleine bildliche Geschichte zurechtspinnen. Wenn du im Supermarkt deine Briefkästen sukzessive abarbeitest, fallen dir automatisch die darin abgelegten Einkaufswaren ein und du musst dich nie mehr über den schwarzen Kaffee am Morgen ärgern, weil dir die Milch ausgegangen ist.

 

Lernmethode 4: Die Alphanummerische Kombination

Die vierte Lernmethode ist die Alphanumerische Kombination. Sie hilft dann weiter, wenn wir uns Zahlen-Buchstaben-Kombinationen merken müssen, also beispielsweise Passwörter oder Nummernschilder.

Diese Methode basiert zum einen auf der Zahl-Symboltechnik und zum anderen darauf, dass nicht Ziffern oder Zahlen mit Symbolen belegt werden, sondern die Buchstaben des Alphabets.

Ein Beispiel dafür ist das Tieralphabet. Dazu wird jeder Buchstabe mit einem Tier verknüpft. A steht also beispielsweise für Affe, B für Bär, C für Chamäleon usw.

Nun kannst du weiter machen, wie bereits bekannt. Erfinde eine möglichst verrückte Story, in der du die Zahlen und Buchstaben so kombinierst, dass du das Passwort in Null Komma Nix abrufen kannst.

 

Fazit: Besser lernen mit vier zentralen Lernmethoden

Ich habe dir nun vier Lernmethoden gezeigt, die du in verschiedenen Alltagssituationen anwenden kannst.

Bedenke dabei immer: Jeder Mensch lernt anders. Daher ist es wichtig, die für dich optimale Lernmethode herauszufinden. Mit der Zeit wirst du merken, mit welcher Technik du am besten zurechtkommst.

Nimm dir die Zeit, um alle vier Lernmethoden auszuprobieren und herauszufinden, welche für dich am praktikabelsten ist.

Gerne kannst du mir und den anderen Lesern in einem Kommentar verraten, welche deine verrücktesten Ideen sind. Wir sind gespannt auf kreative Vorschläge!